
Mensch und Menschenbild
Anthropologische Grundlagen für therapeutisches Handeln
Kuntur-Verlag · 2018 · ISBN 978-3-911981-02-6
Das Menschenbild, das wir unbewusst in Begegnungen hineintragen, bestimmt die Grenze dessen, was wir dem Anderen an Entwicklung und Heilung zutrauen.
Das klingt zunächst abstrakt, hat aber sehr konkrete Folgen. Wer sein Gegenüber im Kern für beschädigt hält, wird stabilisieren wollen. Wer es für entwicklungsfähig hält, wird begleiten. Beides sind legitime Haltungen – aber sie führen zu völlig unterschiedlichen Gesprächen, und die betroffene Person spürt den Unterschied lange bevor er ausgesprochen wird.
Deshalb lohnt es sich, das eigene Menschenbild gelegentlich hervorzuholen und anzusehen. Nicht um es zu bewerten, sondern um zu bemerken, dass es überhaupt da ist und mitarbeitet.